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Readiness-Checkliste · Österreich

EU AI Act: bereit in acht Arbeitspaketen.

Diese Checkliste übersetzt den EU AI Act in konkrete Aufgaben für österreichische Unternehmen: vom KI-Inventar über Risikoklassen und KI-Kompetenz bis zu Lieferverträgen und Zeitplan. Frei nutzbar, ohne Formular.

Die Checkliste

01

KI-Inventar erstellen

Sie können nur regeln, was Sie kennen. Der erste Schritt ist ein vollständiges Bild der tatsächlichen KI-Nutzung.

  • Alle eingesetzten KI-Systeme und -Funktionen erfassen, inklusive KI-Features in bestehender Software (CRM, HR-Tools, Office)
  • Schatten-Nutzung erheben: Welche Tools verwenden Mitarbeitende privat für Arbeitsaufgaben?
  • Pro System festhalten: Zweck, betroffene Daten, betroffene Personen, verantwortliche Abteilung
  • Geplante KI-Projekte und Pilotvorhaben in das Inventar aufnehmen

02

Risikoklassen zuordnen

Der EU AI Act reguliert nach Risiko. Jedes System im Inventar braucht eine begründete Einordnung.

  • Prüfen, ob verbotene Praktiken (Art. 5) berührt werden, z. B. Social Scoring oder manipulative Techniken
  • Hochrisiko-Anwendungsfälle (Anhang III) identifizieren, etwa KI in Personalauswahl, Bonitätsprüfung oder kritischer Infrastruktur
  • Systeme mit Transparenzpflichten markieren, z. B. Chatbots und KI-generierte Inhalte
  • Einordnung dokumentieren, inklusive Begründung und Datum der Bewertung

03

Rollen klären: Anbieter oder Betreiber

Pflichten hängen von der Rolle ab. Wer ein System nur nutzt, hat andere Aufgaben als wer es entwickelt oder unter eigenem Namen anbietet.

  • Pro System klären: Sind wir Betreiber (Deployer), Anbieter (Provider), Importeur oder Händler?
  • Sonderfälle prüfen: Wesentliche Änderungen an eingekauften Systemen können zur Anbieterrolle führen
  • Interne Verantwortliche pro System benennen (Fachbereich, IT, Datenschutz, Recht)
  • Eskalationsweg definieren: Wer entscheidet bei Unsicherheit über Einsatz oder Stopp?

04

KI-Kompetenz nach Artikel 4 aufbauen

Seit Februar 2025 gilt: Organisationen müssen für ausreichende KI-Kompetenz der Mitarbeitenden sorgen, passend zu Rolle und Einsatzkontext.

  • Zielgruppen priorisieren: Wer bedient KI-Systeme, prüft Ergebnisse oder stützt Entscheidungen darauf?
  • Schulungsinhalte am tatsächlichen Tool-Einsatz ausrichten, nicht an generischem Buzzword-Training
  • Praktische Bausteine abdecken: Fehlerbilder, Halluzinationen, Quellenprüfung, Datenklassifizierung, menschliche Aufsicht
  • Massnahmen dokumentieren: Wer wurde wann, wozu und in welcher Tiefe geschult?

05

Transparenz und Kennzeichnung regeln

Menschen müssen wissen, wann sie mit KI interagieren oder KI-generierte Inhalte sehen.

  • Chatbots und KI-Assistenten mit klarem Hinweis versehen, dass eine KI antwortet
  • Regeln für KI-generierte Inhalte festlegen: Wann wird gekennzeichnet, intern und extern?
  • Deepfake- und synthetische Medien-Richtlinie erstellen, falls relevante Tools im Einsatz sind
  • Kundenkommunikation prüfen: Wo entstehen Texte, Bilder oder Entscheidungen mit KI-Beteiligung?

06

Governance und Dokumentation aufsetzen

Eine schlanke, gelebte KI-Richtlinie schlägt ein dickes Dokument, das niemand kennt.

  • KI-Nutzungsrichtlinie verabschieden: erlaubte Tools, verbotene Datenarten, Freigabeprozesse
  • Schnittstellen zur DSGVO klären: Rechtsgrundlagen, Auftragsverarbeitung, Datenschutz-Folgenabschätzung
  • Human-in-the-Loop-Punkte definieren: Welche Entscheidungen bleiben immer beim Menschen?
  • Vorfall-Prozess einrichten: Wie werden KI-Fehler gemeldet, bewertet und behoben?

07

Lieferanten und Verträge prüfen

Eingekaufte KI bleibt in Ihrer Verantwortung. Verträge und Zusagen der Anbieter gehören auf den Prüfstand.

  • Von KI-Anbietern Konformitätszusagen und technische Dokumentation anfordern
  • Datenverarbeitung klären: Wo laufen Modelle, werden Eingaben für Training verwendet?
  • Vertragsklauseln zu Haftung, Updates und Modelländerungen prüfen
  • Exit-Szenario bedenken: Was passiert mit Daten und Workflows bei Anbieterwechsel?

08

Zeitplan und nächste Schritte festlegen

Der AI Act tritt gestaffelt in Kraft. Ein priorisierter Fahrplan verhindert Last-Minute-Stress.

  • Fristen den eigenen Systemen zuordnen: Verbote und KI-Kompetenz gelten bereits, Hochrisiko-Pflichten folgen gestaffelt
  • Quick Wins zuerst: Inventar, Richtlinie und Basisschulung sind ohne grosse Projekte machbar
  • Verantwortliche und Budget für die nächsten zwei Quartale festlegen
  • Wiedervorlage einplanen: Inventar und Risikobewertung mindestens halbjährlich aktualisieren

Vom Papier in die Praxis

Ein Workshop-Tag erledigt die Arbeitspakete 1 bis 4 mit Ihrem Team.

In der EU AI Act Schulung erstellen wir gemeinsam Ihr Tool-Inventar, ordnen Risikoklassen zu, klären Rollen und bauen die KI-Kompetenz Ihrer Mitarbeitenden auf, dokumentiert und passend zu Artikel 4.

Häufige Fragen

Klare Antworten vor dem nächsten Schritt.

Für wen ist diese EU AI Act Checkliste gedacht?

Für Geschäftsführung, Compliance, HR, IT und Fachbereiche in österreichischen Unternehmen, die KI-Tools einsetzen oder einführen und einen praktischen Einstieg in die AI-Act-Vorbereitung suchen, ohne juristisches Vorwissen.

Ersetzt die Checkliste eine Rechtsberatung?

Nein. Die Checkliste bietet eine praktische Arbeitsstruktur für die Vorbereitung. Die verbindliche Bewertung Ihrer konkreten Pflichten, insbesondere bei Hochrisiko-Systemen, gehört in die Hände Ihrer internen oder externen Rechtsexperten.

Was gilt schon jetzt und was kommt später?

Die Verbote bestimmter KI-Praktiken und die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Artikel 4 gelten bereits seit Februar 2025. Weitere Pflichten, etwa für Hochrisiko-Systeme und General-Purpose-AI, treten gestaffelt in Kraft. Ein Inventar und eine Richtlinie sind in jedem Fall der richtige erste Schritt.

Wie hilft ein Workshop bei der Umsetzung?

Ein praxisnaher Workshop verdichtet die Checkliste auf Ihre Organisation: Wir gehen Ihr Tool-Inventar durch, ordnen Risikoklassen zu, klären Rollen und erstellen eine priorisierte Roadmap. Gleichzeitig deckt die Schulung einen Teil Ihrer Kompetenzpflicht nach Artikel 4 ab.

Liefern Sie die Schulung vor Ort in Österreich?

Ja. Vor Ort in Wien, Salzburg, Graz, Innsbruck und Linz sowie hybrid für verteilte Teams.

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